IJDL - International Journal of Diachronic Linguistics and Linguistic Reconstruction
1st Volume|1.2004
December 2004|IV, 171 pages|paperback
single issue price 27,00 EUR
annual subscription rate 44,00 EUR
Table of Contents
Karin Stüber
Untersucht werden die Bezeichnungen für Götter und Göttinnen in den indogermanischen Sprachen Europas (Griechisch, Lateinisch und die keltischen Sprachen Gallisch und Altirisch), wobei im Vordergrund diejenigen Götternamen stehen, die mit nasalhaltigen Suffixen gebildet sind. Es wird versucht, anhand von morphologischen und semantischen Kriterien zu unterscheiden zwischen denjenigen Bildungen, für die eine Herkunft aus Derivaten mit sogenanntem Hoffmannschen Possessivsuffix wahrscheinlich ist, und denjenigen, für die eher mit dem individualisierenden Suffix idg. *-on- gerechnet werden muss. Eingehend behandelt wird ferner das Problem der Motionsfeminina mit zusätzlichem n (Typ air. rí 'König' ~ rígain 'Königin') in den indogermanischen Sprachen Europas und Asiens.
Peter-Arnold Mumm
Der Gegenstand der Untersuchung ist der funktionale Gehalt der enklitischen Partikel sma in den ältesten Texten des vedischen Altindisch. In Rigveda und Atharvaveda hebt sma mit Indikativ Präsens die Realität und Gegenwärtigkeit eines Sachverhalts hervor, sma mit Imperativ die Wichtigkeit einer Aufforderung. Die Hervorhebung ist deiktisch-appellierend. Ihr Hintergrund ist weitgehend unbestimmt und nicht epistemischer Natur. Sma wirkt auch nicht iterativierend oder generalisierend. Die spätere Funktion 'Herstellung eines Vergangenheitsbezugs bei präsentischem Verb' ist in Rigveda und Atharvaveda nicht nachweisbar. Wie die Entwicklung dahin verlaufen ist, soll in Teil 2 untersucht werden.
Eugen Hill
Gegenstand der Untersuchung ist das mit suffixalem s gebildete Futur der ostbaltischen Sprachen Litauisch und Lettisch: sein Flexionsparadigma in urostbaltischer Zeit und die traditionell damit verglichenen Bildungen im nah verwandten westbaltischen Altpreußisch. Es wird gezeigt, dass sich die Flexion des baltischen s-Futurs aus zwei morphologisch verschiedenen Bildungen zusammensetzt: einer thematischen und einer athematischen. In einem weiteren Schritt werden beide Bildungen mit Futur-Bildungen anderer indogermanischen Sprachen zusammengestellt. Für die thematische Futur-Bildung des Baltischen bieten sich an die s-Futura des Indoiranischen und des keltischen Gallisch, sowie Relikte ähnlicher Bildungen im Slavischen und Griechischen. Für die athematische Futur-Bildung des Baltischen können vor allem das s-Futur des sabellischen Zweigs der italischen Sprachen, Oskisch und Umbrisch, und seine Spuren im Verbalsystem des Lateinischen herangezogen werden. Überprüft werden ferner auch die möglichen Beziehungen zu Formationen mit ähnlicher Semantik im Altirischen und vedischen Altindisch.